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Garnelenfischer
Schweiz konkret

Schweizer Leitungswasser für Garnelen

Kurz geantwortet: In den meisten Schweizer Versorgungszonen kannst du Neocaridina direkt ins Leitungswasser setzen. Die Tiere vertragen etwa 6 bis 20 °dGH. Schweizer Versorger rechnen meist in französischer Härte, und die üblichen Werte liegen im verträglichen Bereich. Entscheidend ist deine Versorgungszone, nicht dein Kanton. Miss selbst nach.

Belegte Härtewerte aus Schweizer Versorgungszonen, mit Quelle und Abrufdatum. Und ehrlich ausgewiesen, wo uns Werte fehlen.

Warum die Zone zählt und nicht der Ort

Die Wasserhärte schwankt innerhalb einer einzigen Stadt erheblich. In Luzern liegt das Seewasser bei 11.7 °fH und das Grundwasser bei 27.7 °fH, beides im selben Versorgungsgebiet. In Sion reicht die Spanne von 12 bis 38 °f je nach Zone. Wer eine Zahl für seine Gemeinde sucht, sucht deshalb am falschen Ort: Er braucht die Zahl für seine Zone.

Das Kantonale Labor Zürich erklärt den Mechanismus so: «Gemeinden mit einem hohen Anteil an Grund- und Quellwasser haben daher eher hartes Wasser, solche mit einem hohen Anteil an aufbereitetem Seewasser eher weiches.»

Die beiden Einheiten, und wie man sie umrechnet

Schweizer Wasserversorger geben die Gesamthärte fast immer in französischen Härtegraden an, abgekürzt °fH oder °f. Die Aquaristik rechnet in deutschen Härtegraden, °dH oder °dGH. Das sind verschiedene Skalen.

Energie Wasser Bern nennt den Umrechnungsfaktor amtlich: «1 Grad französischer Härte entspricht 0.56 Grad deutscher Härte.» Energie Thun schreibt dasselbe. Die St. Galler Stadtwerke belegen es mit einer Doppelangabe: «16° fH (französische Härtegrade) entspricht: 9° dH (deutsche Härtegrade)».

Was Neocaridina vertragenin deutscher Härteumgerechnet in französischer Härte
Verträglicher Bereich6 bis 20 °dGHrund 11 bis 36 °fH
Wohlfühlbereich für stabile Farben8 bis 16 °dGHrund 14 bis 29 °fH

Die Werte in der rechten Spalte sind mit dem amtlich genannten Faktor 0.56 umgerechnet und auf ganze Grade gerundet. Die linke Spalte ist unsere Haltungsangabe, keine amtliche Grösse.

Belegte Werte aus Schweizer Versorgungszonen

Diese Tabelle enthält ausschliesslich Werte, die der jeweilige Wasserversorger oder eine kantonale Stelle selbst veröffentlicht. Wir haben nichts geschätzt und nichts hochgerechnet. Die Einheit ist die der Quelle.

VersorgungszoneKantonGesamthärte laut QuelleFür NeocaridinaQuelle, abgerufen 11.09.2026
Val Colla, LuganoTI1 bis 9 °frzu weich, aufhärten nötigAIL SA, Analisi Acqua, Messwerte 2023
Biel/BienneBE10 °fHan der unteren GrenzeEnergie Service Biel/Bienne
Luzern, SeewasserLU11.7 °fH, Leitfähigkeit 214 µS/cmknapp im Bereichewl Luzern
Genf, Zone «Eau du lac»GE13.4 °fpasstSIG, Bilan eau potable 2024
Stadt ZürichZH14 bis 19 °fH, von der Stadt selbst auch als 7 bis 10 °dH angegebenpasstStadt Zürich, Qualität und Kontrolle
Luzern, Mischwasser im NetzLU15 bis 20 °fHpasstewl Luzern
St. GallenSG16 °fH, entspricht laut Quelle 9 °dH, Leitfähigkeit 305 µS/cm, pH 8.00passtSGSW, Trinkwasserqualität, Messjahr 2022
BaselBS16 bis 19 °fHpasstIWB, Fakten zum Trinkwasser
Chur, Zone HaldensteinGR18.2 °fHpassttrinkwasser.ch, IBC Chur, Messjahr 2021
Stadt Bern, gesamtBE20 bis 30 °fH, von der Quelle auch als 11 bis 17 °dH angegebenpasst, oberes Ende beachtenEnergie Wasser Bern
Thun, StadtgebietBE21 bis 25 °fHpasstEnergie Thun
ZugZG24.6 °fH im Durchschnitt aus 25 Messungenpassttrinkwasser.ch, WWZ AG, Messjahr 2022
Sion, StadtgebietVS25 bis 30 °foberes Ende, beobachtenEau de Sion
FribourgFR27 °foberes Ende, beobachtenEau de Fribourg
Luzern, GrundwasserLU27.7 °fH, Leitfähigkeit 486 µS/cmoberes Ende, beobachtenewl Luzern
WinterthurZH28 französische Härtegrade an den meisten Ortenoberes Ende, beobachtenStadtwerk Winterthur
Schaffhausen, mittlere DruckzoneSH33.2 °fH, von der Quelle auch als 18.6 °dH angegebenan der oberen GrenzeSH POWER, Probenahme 30.03.2026
Sion, UvrierVS30 bis 38 °fzu hart, verschneiden nötigEau de Sion
NeuchâtelNE40.5 °f, Leitfähigkeit 736 µS/cm, pH 7.35zu hart, verschneiden nötigViteos, Probe 12.07.2022

Was hier fehlt, und das ist ehrlich gemeint. Für Lausanne haben wir keinen belegten Wert gefunden, die Stadt veröffentlicht die Zahlen hinter einem Adresswerkzeug. Ebenso fehlen uns belegte Werte für die Kantone Waadt, Jura, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Glarus, beide Appenzell, Thurgau, Solothurn und Basel-Landschaft. Für das Tessin haben wir nur Lugano, für das Wallis nur Sion, für Graubünden nur eine Zone von Chur. Wir tragen nach, sobald wir eine Primärquelle haben. Eine Zahl zu erfinden wäre einfacher und wertlos.

Wie du deinen eigenen Wert findest

  1. Beim Versorger nachschauen. Fast jede Schweizer Wasserversorgung veröffentlicht die Härte ihrer Zonen. Such nach dem Namen deiner Gemeinde plus «Wasserqualität» oder «Wasserhärte».
  2. Über die Postleitzahl. Der Branchenverband SVGW betreibt trinkwasser.ch mit einer Suche nach Postleitzahl. Achtung: Die Publikation ist freiwillig, nicht jeder Versorger macht mit, und der SVGW schreibt selbst, er übernehme «keine Gewähr für die Korrektheit der publizierten Daten».
  3. Selbst messen. Ein Tröpfchentest für GH und KH kostet wenig und misst das, was tatsächlich aus deinem Hahn kommt, inklusive der Hausinstallation. Das ist der einzige Wert, der für dein Becken zählt.

Miss am besten, nachdem das Wasser eine halbe Minute gelaufen ist, und nicht das erste Wasser aus einer über Nacht stehenden Leitung.

Was tun, wenn es nicht passt

LageWas hilft
Zu weich, unter etwa 11 °fHMit Mineralsalz für Garnelen aufhärten. Nicht mit Leitungswasser aus einer anderen Gemeinde, das ist nicht reproduzierbar.
Passend, etwa 11 bis 36 °fHNichts tun. Wasser abstehen lassen oder Wasseraufbereiter nach Herstellerangabe, fertig.
Zu hart, über etwa 36 °fHMit Osmosewasser verschneiden, bis der Zielwert erreicht ist. Schrittweise, nicht in einem Zug.

Wichtiger als der absolute Wert ist die Stabilität. Garnelen kommen mit hartem Wasser gut zurecht, mit schwankendem Wasser schlecht. Wer aufhärtet oder verschneidet, muss das bei jedem Wasserwechsel gleich machen.

Die amtliche Härteklassifikation

Das Kantonale Labor Zürich verwendet diese Einteilung, in französischen Härtegraden: «weich (< 15 °fH), über mittelhart (15-25 °fH), ziemlich hart (25-31 °fH) und hart (32-42 °fH) bis sehr hart (> 42 °fH)».

Für Neocaridina heisst das: alles von «weich» bis «hart» ist grundsätzlich haltbar, «sehr weich» und «sehr hart» brauchen eine Anpassung.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 11. September 2026. Die Härtewerte stammen von den Wasserversorgern selbst; wir geben sie in deren Einheit wieder und haben nichts umgerechnet ausser der ausdrücklich als Umrechnung gekennzeichneten Zeile.

Diese Seite ersetzt keine eigene Messung. Verbindlich ist immer die Auskunft deines Wasserversorgers und der Wert, den du selbst im Becken misst.

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