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Garnelen-Wasserwerte: GH, KH, pH und Leitwert

Vier Werte zählen wirklich. Hier steht, welche das sind und was du bei Abweichungen tust.

Für Neocaridina zählen im Alltag genau vier Werte. Alles andere ist Feinschliff. Hier steht, was jeder Wert bedeutet, wo er liegen soll und was du tust, wenn er nicht passt.

Die vier Werte im Überblick

WertZielbereichWofür er steht
GH (Gesamthärte)6 bis 20 °dGHKalzium und Magnesium, das Baumaterial für den Panzer
KH (Karbonathärte)3 bis 15 °dKHPuffer, der den pH-Wert stabil hält
pH6.5 bis 8.0Säuregrad des Wassers
Leitwert200 bis 800 µS/cmSumme aller gelösten Stoffe, der Wert für die Eingewöhnung

Dazu kommen zwei Werte, die nicht Zielwerte, sondern Alarmwerte sind: Nitrit muss bei 0 mg/l liegen, Ammonium ebenfalls. Beides ist in Spuren tödlich. Nitrat darf bis etwa 25 mg/l ansteigen.

GH: das Baumaterial

Die Gesamthärte liefert Kalzium und Magnesium, die eine Garnele bei jeder Häutung für ihren neuen Panzer braucht. Unter 4 °dGH gelingen Häutungen häufig nicht mehr, das Tier bleibt in der alten Hülle stecken. Der berüchtigte weisse Ring quer um den Körper ist ein Zeichen dafür.

In den meisten Schweizer Gemeinden liegt das Leitungswasser zwischen 10 und 25 °dGH. Das ist für Neocaridina ideal und muss nicht behandelt werden. Nur in weichen Regionen wie Teilen des Tessins oder in Alpentälern lohnt sich ein Mineralsalz für Wirbellose, um auf 6 bis 8 °dGH zu kommen.

KH: der Puffer

Die Karbonathärte hält den pH-Wert stabil. Bei KH unter 2 kann der pH über Nacht abstürzen. Bei KH über 15 wird das Wasser sehr pufferstark, was Neocaridina noch aushalten, Bienengarnelen aber nicht. Ein KH von 4 bis 10 ist der ruhigste Bereich.

pH: meistens kein Thema

Neocaridina leben zwischen 6.5 und 8.0 problemlos. Bei ausreichender KH stellt sich der Wert von selbst ein und bleibt dort. Aktiv am pH herumzuschrauben ist bei dieser Art unnötig und meist schädlich, weil dabei der Wert schwankt. Torf, Soil und viel Laub senken den pH, Kalksteine und Muschelsand heben ihn.

Leitwert: der wichtigste Wert beim Umsetzen

Der Leitwert (µS/cm) misst alle gelösten Salze zusammen. Für die Haltung reicht der Bereich 200 bis 800. Entscheidend ist er beim Umsetzen von Tieren: Ein Sprung von mehr als etwa 100 µS/cm auf einmal ist Stress. Genau deshalb wird bei der Eingewöhnung über Stunden getropft statt in Minuten angeglichen.

Ein Leitwertmessgerät kostet rund CHF 20 und ist die sinnvollste Anschaffung nach dem GH/KH-Test, wenn du Tiere aus verschiedenen Quellen zusammenführst.

Wie du misst

  • Tröpfchentests für GH, KH und Nitrit. Genauer als Streifen, kosten zusammen rund CHF 40 und halten jahrelang.
  • Teststreifen reichen für eine grobe Kontrolle, sind aber bei KH und Nitrit unzuverlässig.
  • Leitwertmessgerät (TDS-Meter), sekundenschnell, ideal vor jedem Umsetzen.

Messrhythmus im eingefahrenen Becken: einmal im Monat GH, KH und Nitrit. Nach jeder Änderung (neuer Bodengrund, neue Wurzel, anderes Wechselwasser) zusätzlich.

Dein Leitungswasser nachschlagen

Jeder Schweizer Wasserversorger veröffentlicht eine jährliche Trinkwasseranalyse, meist als PDF auf der Gemeinde-Website. Darin stehen Gesamthärte (oft in französischen Härtegraden °fH, Umrechnung: °fH geteilt durch 1.79 ergibt °dGH), Nitrat und Leitfähigkeit. Für das Aquarium ist diese Analyse ein guter Startpunkt; der eigene Test bleibt trotzdem sinnvoll, weil Hausleitungen die Werte verändern können.

Kupfer. Wirbellose reagieren empfindlich. Bei alten Kupferleitungen das Wasser zwei Minuten laufen lassen, bevor du es fürs Aquarium nimmst. Fischmedikamente mit Kupfer sind für Garnelen tödlich, ebenso viele Schneckenmittel. Pflanzendünger in normaler Aquariendosierung sind unproblematisch.

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